Uganda hat ein wachsendes Wasserproblem. Entweder es gibt zu viel davon oder zu wenig. Entweder es kommt zu Überschwemmungen oder es herrscht Wassermangel. Auch HOREMI drohte vor wenigen Wochen die Gefahr, bald auf dem Trockenen zu sitzen.
Seit Ende 2024 hat HOREMI ein eigenes “Borehole”, einen einfachen handbetriebenen Pump-Brunnen. Nur wenige Monate nach dem Bau wurde jedoch bereits eine erste Reparatur von Schachtwand und Pumpe nötig — und eine erste Vertiefung des Brunnenschachts von 17 auf über 20 Meter.
Im Laufe dieses Jahres wurde der Wasserfluss erneut spärlicher, bis er im Juni nahezu ganz versiegte. Als Sofort-Lösung blieb HOREMI nichts anders übrig, als das bestehende Bohrloch nochmals zu vertiefen. Über sieben zusätzliche Meter waren notwendig, um auf trinkbares Wasser zu stoßen. Die nötige finanzielle Unterstützung dafür kam erneut von den “Friends of HOREMI”, also von Ihnen, den Spenderinnen und Spendern. Und kaum war das Geld eingegangen, rückten auch schon die Arbeiter mit Material, Werkzeug und einer gehörigen Portion Mut an …

Mann am Grund des über 20 Meter tiefen Schachts weiter graben kann.
Eine wesentliche Ursache für die Wassernot ist wohl der Klimawandel. Längere Trockenphasen verhindern die Neubildung von Grundwasser. Kommt schließlich der ersehnte Regen, dann immer öfter in Form heftiger Sturzfluten, welche nicht nur Erde und Ernten wegspülen, sondern auch Infrastrukturen zerstören und das oberflächennahe Grundwasser verschmutzen können.
Zudem ist das Kristallgestein im Untergrund nicht sehr durchlässig, weshalb sich Brunnen nach der Wasserentnahme oft nur langsam wieder auffüllen. Und es gibt große regionale Unterschiede beim Tiefenwasser: Im Gebiet Buyanga, wo auch HOREMI liegt, beträgt die Grundwasserabdeckung nur 32 Prozent, während sie im nicht einmal 20 Kilometer entfernten Namalemba 95 Prozent beträgt.

Insgesamt gibt es im Bezirk Bugweri 565 offizielle Wasserstellen, einige davon wurden allerdings auch wieder aufgegeben, da sie endgültig versiegten oder Wartung und Reparatur zu teuer waren. Dem gegenüber nimmt aufgrund der wachsenden Bevölkerung der Wasserbedarf und die Zahl illegaler Bohrungen massiv zu, was die Grundwasservorkommen ebenfalls chronisch strapaziert.
Auch das Versiegen des Brunnens von HOREMI war vermutlich einer Mischung all dieser Faktoren geschuldet. Zwar arbeiten die Ugandische Regierung sowie Hilfsorganisationen an einer Verbesserung der Wasserversorgung – angeblich sind neue Wasserleitungen und ‑speicher sowie solarbetriebene Pumpen geplant. In der Umgebung von HOREMI ist davon allerdings weit und breit nichts zu sehen.

Das Vertiefen eines Brunnenschachts ist nicht endlos wiederholbar und eine sehr mühsame und gefährliche Prozedur, wie bereits in unserem Beitrag vom März 2025 nachzulesen ist. Während bei der ersten Ertüchtigung das Graben von weiteren drei Metern zum Erfolg führte, waren es diesmal über sieben Meter. Damit ist der Brunnenschacht insgesamt rund 27 Meter tief, was das Hochpumpen des Wassers nicht leichter macht.

Dennoch ist die Erleichterung bei HOREMI groß, dass das kostbare, lebenswichtige Nass nun wieder fließt. Bleibt zu hoffen, dass Klimawandel und sinkender Grundwasserspiegel das Problem nicht bald wieder auf die Tagesordnung setzen …
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